Für Michl bildet die Begegnung mit der Natur das Zentrum seines Schaffens und Erlebens. Zahlreiche Reiseerlebnisse, Landschaftsbegegnungen, Naturbeobachtungen, Erkundungen, Grenzgänge zu lebensbedrohlichen Momenten prägen seine Erfahrungs- und Lebenswelt. Er scheut sich nicht, die eigenen Kräfte in Extremsituationen auszuloten und somit auch Grenzen und Begrenzungen des eigenen Daseins tiefer und tiefer kennen zu lernen. So schöpft Michl aus einem reichhaltigen Arsenal von Naturerfahrungen, manchmal sogar extremen Lebensmomenten.


In seinen Arbeiten geht Michl den Weg des Erkundenden. Darin gleicht er dem Reisenden in unbekanntes Terrain, der offen ist für den überraschenden Moment, für den zuvor nie gesehenen Ort, die bislang nie selbst erlebten Räume, die nie vorgezeichneten Bahnen und Wege. In diesem Raum ohne Karte, ohne verlässliches allgemein taugliches Orientierungsarsenal, zählt nicht das Suchen und nicht einmal das Finden, sondern das Gefundene, das Vorgefundene als EREIGNIS. Allein dies erfordert direkte Stimulans, Impuls, wachsame Reaktion, Gespür, intuitives Handeln, Mut zum Experiment, Mut zur Begegnung und das Realisieren von Anspannung und Anziehung.

 

Georg von Matuschka